Was ist ein Pendulum?

Das Pendulum löst ein wichtiges kieferorthopädisches Problem: den Platzmangel im Mundbereich. Es wird häufig als ästhetischere Alternative zum Gesichtsbogen oder zur Kopfkappe genutzt. Zudem kann das Pendulum ohne operativen Eingriff im Kauapparat eingesetzt werden.

Ist im Oberkiefer zu wenig Platz für die Eckzähne und die restlichen Zähne stehen zu weit nach vorne, resultiert daraus ein falscher Zusammenbiss. Um dem Patienten keine gesunden Zähne entfernen zu müssen und trotzdem Platz zu schaffen, ist eine Behandlung mit dem Gesichtsbogen oder dem Pendulum sinnvoll. Das Pendulum ist die ästhetischere Variante, die ähnlich wie der Gesichtsbogen wirkt. Es zieht die Backenzähne so weit nach hinten, dass im gesamten Mundbereich ausreichend Platz für alle Zähne entsteht. Bei diesem Prozess herrscht jedoch enormer Widerstand durch die Backenzähne, die eine sehr große große Wurzeloberfläche haben und sich dem Ziehen entgegensetzen. Zudem wandern Zähne in der Regel lieber nach vorne als nach hinten. Der Prozess kann daher mit dem Schwimmen gegen den Strom verglichen werden, bei dem große Kraft eingesetzt werden muss.

Falscher Zusammenbiss durch fehlenden Platz im Oberkiefer
1/6Durch den fehlenden Platz im Oberkiefer für die Eckzähne stehen die restlichen Zähne zu weit nach vorne und es entsteht ein falscher Zusammenbiss.
Befestigung der Kunststoffplatte des Pendulums
2/6An den vorderen kleinen Backenzähnen wird mit Drahtauflagen eine Kunststoffplatte befestigt. An den großen hinteren Backenzähnen werden die aktiven Federärmchen eingehängt, um die großen Backenzähne nach hinten zu bewegen.
Lücken zwischen den hinteren Backenzähnen durch das Pendulum
3/6Zwischen den größeren hinteren Backenzähnen entstehen mit der Zeit Lücken.
An das Pendulum anschließende Behandlung mit einer festen Zahnspange
4/6Mit einer festen Zahnspange werden anschließend alle Zähne in die richtige Position gebracht.
Korrektur der Fehlstellung durch eine feste Zahnspange.
5/6So wird durch die feste Zahnspange der Platzmangel endgültig aufgelöst.
Richtiger Zusammenbiss nach einer Behandlung mit dem Pendulum und einer festen Zahnspange.
6/6Die großen Backenzähne sind nun an den richtigen Stellen und der Zusammenbiss richtig.

So wird das Pendulum befestigt

Eine Kunststoffplatte stützt sich am Gaumen ab und wirkt als Gegenkraft. Sie ist durch jeweils zwei kleine Drahtauflagen an den vorderen kleinen Backenzähnen fixiert. Die Stütze und die Drahtauflagen bewegen die Zähne nicht nach hinten. Diese Aufgabe übernimmt der hintere Teil des Pendulums. An den großen Backenzähnen werden die aktiven Federärmchen eingehängt, um zunächst die großen Backenzähne nach hinten zu bewegen. So entstehen Lücken zwischen den Backenzähnen. Die kleinen Backenzähne werden später mit der festen Zahnspange nach hinten bewegt und der Platzmangel so endgültig aufgelöst. Klingt kompliziert? Schauen Sie sich doch unsere Illustrationen auf dieser Seite an. Damit wollen wir unsere Erklärungen verdeutlichen.

Das Pendulum ist unsichtbar und schränkt weniger ein

Das Pendulum ist eine ästhetische und von außen nicht sichtbare Alternative zum Gesichtsbogen, die weniger einschränkt.

Im Vergleich zum Gesichtsbogen ist das Pendulum von außen nicht sichtbar und schränkt den Patienten im Alltag weniger ein. Mit dem Gesichtsbogen ist Sport beispielsweise nicht möglich. Außerdem ist das Pendulum eine festsitzende Apparatur, die 24 Stunden am Tag auf die Zähne einwirkt. Die Zähne werden dadurch schneller bewegt und die Behandlung ist meist bereits nach einem halben Jahr beendet. Darüber hinaus muss der Patient durch das festsitzende Gerät nicht aktiv mitarbeiten – anders als beim Gesichtsbogen, der manuell eingesetzt wird. Zudem sind keine chirurgischen Eingriffe notwendig, um Miniimplantate als Stütze einzusetzen.

Was passiert nach der Behandlung mit dem Pendulum?

Ist die Behandlung mit dem Pendulum abgeschlossen, wird mit Hilfe einer festen Zahnspange der entstandene Platz genutzt, um alle Zähne an die richtige Stelle zu bringen.